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Bericht vom Opel OPC-Performance-Training
Am 10.05.2008 war es soweit. OPC Fahrtraining mit Manuel Reuter.
08:45 Uhr: Treffpunkt vor dem Opel Testgelände. Auf einer Fläche von 2,6 Millionen Quadratmetern schlängeln sich Teststrecken in einer Gesamtlänge von 43 Kilometern durch den Wald. Auf dem Parkplatz hat sich schon eine kleine Gruppe von nicht ganz 20 Mann eingefunden. Nach nur wenigen Minuten werden wir zum Pförtnerhaus gerufen. Es folgt eine kurze Belehrung was auf dem Gelände alles verboten ist. Darunter fallen auch Kameras und Handys mit Fotofunktion. Der Grund ist einleuchtend: während wir unser Fahrtraining absolvieren geht auf den Strecken der Testbetrieb ganz normal weiter.
Nachdem wir die Hausordnung unterschrieben haben werden wir auf das Testgelände gefahren. Dort erwartet uns bereits Manuel Reuter. Bei einem gemeinsamen Frühstück erklärt er den Tagesablauf und stellt uns die Instruktoren vor. Da wir eine recht kleine Gruppe sind bekommt jeder sein eigenes Auto. Das bedeutet doppelte Fahrzeit als sonst üblich, da sich in der Regel zwei Fahrer einen Wagen teilen müssen und abwechselnd fahren. Nach der Einteilung in zwei Gruppen erhalten wir noch ein Funkgerät, danach schnappt sich jeder einen Opel OPC. Es stehen Corsas und Astras zur Verfügung. Keine Frage, für mich muss es der Astra sein: 2,0 Liter-Vierzylinder-Turbo, 240 PS, 244 km/h Höchstgeschwindigkeit, von 0 auf 100 in 6,4 Sekunden. Es kann losgehen!
09:30 Uhr: Slalom durch eine Pylonenreihe. Mein Instruktor Felix Schmitt, ein alter Hase wenn es um Fahrerlehrgänge geht, macht es zwei Mal vor, dann sind wir auch schon an der Reihe. Mit quietschenden Reifen geht es zwischen den Pylonen hindurch. Sauberes Fahren und die Koordination von Gas- und Lenkbewegungen sind hier besonders gefragt. Nach und nach gewinnt man mehr Vertrauen in den Wagen. Bei einer kurzen Pause zeigt uns Felix was die typischen Fehler bei der Sitzposition sind. Mit der richtigen Haltung geht der Slalom anschließend viel einfacher von der Hand. Er fährt sogar bei jedem von uns zwei Versuche als Beifahrer mit und beobachtet dabei genau die Lenkbewegungen.
13:00 Uhr: Bei einem gemeinsamen Mittagessen erfahre ich, dass der Teilnehmer der die ganze Zeit im Wagen vor mir fuhr Tuncer Yilmaz, der “Schnellste Taxifahrer Deutschlands” ist. Seinen Spitznamen bekam er, als Michael Schumacher sich an das Steuer seines Opel Vivaro Taxis setzte weil es ihm zu langsam ging.
Anschließend fährt unsere Gruppe über das Testgelände zur Bremsübung. Es galt auf einer kurzen Strecke bis auf ca. 82 km/h zu beschleunigen, an einem markierten Punkt mit aller Kraft zu bremsen, dem in 16 Meter entferntem Hindernis auszuweichen und sich wieder auf der richtigen Spur einzuordnen. 80 bis 100 kg Bremsdruck sind dafür notwendig. Keiner schafft es beim ersten Mal perfekt. Erschreckend, wenn man sich vor Augen führt, dass im normalen Straßenverkehr dieses eine Mal von entscheidender Bedeutung sein kann. Ein paar Versuche später bekommt es jedoch jeder hin, auch weil Felix über Funkgerät immer wieder Tipps gibt und motiviert: “Klasse gemacht, aber das nächste Mal mit noch mehr Kraft auf die Bremse und eher einlenken!”.
14:00 Uhr: Mit Highspeed geht es durch die knapp 5 km lange Steilkurve mit bis zu 35° Überhöhung. Die Ankündigung von Felix klang unglaublich: “Ihr werdet gleich mit über 230 km/h in 1,5 Meter Abstand zu eurem Vordermann fahren und dabei spüren was das Wort Windschatten wirklich bedeutet. Wenn jeder voll bei der Sache ist werden wir die 235 km/h vom letzten Fahrtraining knacken.”. Interessantes Detail dabei: Die Corsas müssen hinter den Astras fahren da ihrer Höchstgeschwindigkeit bei „nur“ 225 km/h liegt. Sie können nur mithalten wenn sie im Windschatten fahren.
Und schon geht es los. Nach und nach steigern wir die Geschwindigkeit bis wir auf der oberen Bahn fahren. Felix mit seinem Vectra OPC als erster gibt bei über 200 km/h Anweisungen: “Noch dichter zusammen bitte!”. Ich wage einen kurzen Blick auf den Tacho: über 240 km/h! Unglaublich! Bei der Lichtschranke sind es, digital gemessen, 238 km/h. Felix ist zufrieden: “Ein schönes Bild gebt ihr da hinten ab!”. Nach einer kurzen Pause wird das ganze wiederholt. Diesmal klappt die Formation auf Anhieb.
Als nächstes erwartet uns ein mit Pylonen abgesteckter Parcours. Als wir ankommen rast Manuel Reuter bereits über die Strecke. Nach mehreren Runden zur Eingewöhnung ist jeder einzeln an der Reihe. Gefahren wird diesmal mit dem Corsa OPC. Der Wagen ist ungewohnt für mich, der Leistungsunterschied spürbar. Trotzdem ist die gestoppte Zeit nicht schlecht.
15:30 Uhr: Jetzt wird es ernst. Unsere Gruppe fährt zum neunhundert Meter langen Handlingskurs, der eigens für die OPC Performance Trainings gebaut wurde. Hier müssen wir jetzt zeigen was wir bisher gelernt haben. Runde um Runde geht es um die Strecke. Felix wieder vorne weg. So bekommt man ein Gefühl für die Ideallinie und die genauen Bremspunkte. Danach werden die Positionen getauscht so dass jeder ein paar Runden direkt hinter ihm fährt. Es ist ein unglaubliches Gefühl mit dieser Geschwindigkeit um eine richtige Rennstrecke zu fahren und es fällt schwer dieses in Worte zu fassen. In jeder Runde versucht man die Kurven noch sauberer zu fahren, noch präziser einzulenken um dann mit Vollgas und quietschenden Reifen ideal aus ihnen heraus zu beschleunigen. Man fühlt sich fast wie ein Rennfahrer auf der Jagd nach der Topzeit.
Während die zweite Gruppe um den Kurs rast besprechen wir mit Manuel und den anderen Instruktoren das eben erlebte. Danach steht das Zeitfahren an. Jeder darf einzeln auf die Strecke um zwei Runden zu fahren. Geschwindigkeit, Ideallinie und Zeit werden dabei per GPS erfasst und später ausgewertet. In meiner schnellsten Runde verbremse ich mich ganz leicht in einer schwierigen Rechts-Links-Passage und kann somit nicht ideal aus der Kurve heraus beschleunigen. Ärgerlich, aber die Zeit mit 40 Sekunden, ist trotzdem richtig gut.
Als Highlight darf danach jeder zu Manuel Reuter in den “Astra OPC in der Nürburgring Edition” steigen. Er erklärt kurz dass es nur 835 Stück davon gibt und dass alle elektronischen Hilfen wie ABS, ESP und Traktionskontrolle ausgeschaltet sind bevor es mit durchdrehenden Rädern und qualmenden Reifen über die Strecke geht. Ein paar mal bremst er so spät dass man das Gefühl hat aus der Kurve zu fliegen. Trotzdem fängt er den Wagen immer im letzten Moment ab. Eine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung!
17:00 Uhr: Bei Kaffee und Kuchen folgt dann noch die Auswertung der eben gefahrenen Zeiten. Jeder erhält ein von Manuel Reuter unterschriebenes Zertifikat und einen Daten-Ausdruck der schnellsten Runde. Danach ist es auch schon Zeit Abschied zu nehmen. Was bleibt ist die Erinnerung an einen unvergesslich perfekten Tag sowie die Gewissheit einen Sportwagen im Grenzbereich und brenzligen Situationen sicher bewegen zu können. Die Stimmung zwischen allen Beteiligten war großartig. Für mich steht jetzt schon fest: “Das werde ich auf jeden Fall wiederholen!”. Der Adrenalinrausch bei Höchstgeschwindigkeit hat mich süchtig gemacht.
Hier noch ein kleines Video bei Youtube. Mein Instruktor Felix Schmitt erklärt das ESP. Die Strecke im Video ist im Übrigen der Handlingskurs den wir zum Schluss gefahren sind!

Cooler Bericht, als ob man live dabei gewesen wäre!